Die Passage durch den Seuz - Kanal war eines der schönsten Episoden auf all unseren Seereisen. Aber bevor es soweit war, querten wir in 4 Seetagen mit Zwischenstop in Oman den Indischen Ozean. Genauer gesagt fuhren wir auf dem Arabischen Meer.

Bevor es ins Rote Meer ging, mussten wir durch den berüchtigten Golf von Aden. Dabei fällt einem natürlich sofort das Wort Piraterie ein. Was würden wir in diesen Gewässern erleben und wie war unsere Route gesichert?Wir sind keine Abenteuer-Touristen, aber wir wollten unbedingt diese Reise machen. Jedes Schiff spart auf dieser Route 10-14 Tage Fahrzeit, wenn es nicht Afrika ganz umschiffen will. Die Kanalgebühren betragen für ein Schiff von der Größe eines Kreuzfahrtschiffes 200.000 US-Dollar.

Wie wurden wir nun vor den Piraten gesichert? Wir fuhren innerhalb des Nato - Korridors, der von der Schutztruppe Atalanta überwacht wird.

 

SUEZ - KANAL PASSAGE

 

Unser Schiff fuhr mit Höchstgeschwindigkeit von 22 Knoten in unsichtbarer Begleitung von 3 anderen Handelsschiffen. Außerdem wurden wir in 80 km Entfernung von der Fregatte Niedersachsen und einem französischen Flugzeugträger beobachtet. Die Fahrt durch das kritische Gebiet dauerte einen Tag und eine ganze Nacht.

Die Sicherheitsmaßnahmen an Bord selber waren Folgende: Das Außendeck 6, wo sich die Rettungsboote befinden, war für diese Zeit völlig für Touristen gesperrt. Hier wäre die einzige Möglichkeit gewesen, das Schiff von Piraten zu entern. Es befanden sich ständig 8 Security -Leute auf diesem Deck. Angeblich waren sie nicht bewaffnet. Auf jeder Schiffsseite befinden sich Schallkanonen mit Hochfrequenzleistung und Hochdruck - Wasserkanonen, die Piraten abschrecken oder vertreiben würden.

 

Von Oman bis zur engsten Stelle des Golfs von Aden legten wir ca. 1000 km ohne Zwischenfälle zurück. Nur ruhige See und schöne Sonnenauf -und untergänge begleiteten unsere Reise. Bevor es nun ins Rote Meer ging, passierten wir die engste Stelle des Golfs.

Nur 27 km Breite zwischen Jemen und Dschibuti ruft hier andere Leute auf den Plan. Schmuggler versuchen hier ihr Glück. In kleinen Booten so groß wie die Ruderboote bei uns daheim auf dem Maschsee. Es sind Leute, die ums Überleben kämpfen und sich ein paar Dollar für Schmuggelware verdienen. Es sollen aber auch Kleinkriminelle sein, die große Mengen an Waffen schmuggeln.

 

Auf dem Weg zum Suez - Kanal passierten wir folgende Länder und Hoheitsgewässer: Steuerbord (rechts ) Oman, Jemen, und Saudi - Arabien. Backbord (links) lagen Somalia, Dschibuti, Eritrea, Sudan und Ägypten.

Endlich im Roten Meer angekommen, wachten wir bei einem faszinierenden Sonnenaufgang auf. Wir traten durch die auch Nachts offene Balkontür mit einem Pott Kaffee und der ersten Zigarette. Statt uns auf die Stühle zu setzen, klebten wir förmlich an der Reeling und betrachteten das Schauspiel von spielenden Delfinen und fliegenden Fischen. Dieses Spektakel zog sich über den gesamten Vormittag hin.

 

Die nächsten 2 Tage waren wir unterwegs nach Safaga in Ägypten. Vorbei an ca. 100 Jahren alten Bohrplattformen, die hier im Meer standen und immer noch fördern. Das hatten wir bis dahin auch nicht gewußt.

In Safaga angekommen, blieben wir an Bord, weil wir zuvor schon zweimal in Ägypten waren. Hier mussten wir ein Flüchtlingsdrama beobachten, denn hier kamen auf dem Seeweg libysche Flüchtlinge mit ihrem letzten Hab und Gut an. Sie wurden von hier in andere Landesteile gebracht.

Auf der einen Seite sahen wir auf dem Hafengelände die Flüchtlinge und nur durch einen Zaun getrennt, die Luxusreisebusse unserer Tagesausflügler, die nach Luxor wollten. Ein Gefühl, was einen zum Nachdenken über unser unbeschwertes Leben - und Krieg und Frieden grübeln lässt.

 

Neben uns lag die Albatros mit Kapitän Harmsen, bekannt aus der kurz vorher ausgestrahlten Fernsehserie. Jetzt dauerte es noch einen Seetag, bis wir in den Suez - Kanal einschifften. Die Passage des 192 km langen Kanals dauerte von morgens 06:00 Uhr bis abends 16:30 Uhr. Wir fuhren in einem Konvoi von 25 Schiffen nordwärts. Der Kanal ist praktisch eine geregelte Einbahnstraße. In der Mitte liegt der große Bittersee und die Ballah -Weiche, wo die Schiffe warten, die gen Süden wollen. Als wir passiert hatten, konnten sie ihren Weg fortsetzen. Die ganze Passage hielten wir uns nur auf dem Freideck auf, denn es gab immer wieder etwas Neues zu sehen. Rechts die trockene Sinai -Halbinsel und links wurde die Wüste durch viele Ortschaften unterbrochen. Immer gab es winkende Kinder zu sehen, die wohl auch mal gern die große weite Welt sehen würden. Unser Schiff fiel ihnen besonders durch die Bemalung mit dem roten Kussmund auf. Wir sahen die größte Schwenkbrücke der Welt und die 70m hohe Mubarak - Friedensbrücke, die inzwischen nur noch Friedensbrücke heißt. Wir überquerten drei Süßwasserpipelines, die den Sinai mit Wasser versorgen und schon große Flächen dort begrünen lässt. In der Höhe von Kairo überquerten wir einen Autotunnel, der auch zum Sinai führt. Wir sahen rechts und links Reliquien des 6-Tage-Kriegs zwischen Israel und Ägypten. Pontons zur schnellen Kanaüberquerung lagen immer noch einsatzbereit an den Ufern. Bei dieser Fahrt gingen uns Land und Leute durch den Kopf und Erinnerungen der jüngsten Geschichte wurden wieder geweckt.

Die nächste Station lag im Mittelmeer und heißt Haifa in Israel.

 

 

Abfahrt aus Oman

Piratenabwehr

Wache ist immer auf Posten

Die größten Containerschiffe der Welt

Schmuggler

Engste Stelle im Golf v. Aden - 27 km breit

Strom zum Sinai

Auf dem Roten Meer

Wüste am Kanal

Kanalfähre

Friedensbrücke

Größte Schwenkbrücke der Welt

Mahnmal zum 6 - Tage - Krieg

Abwehrgeschütz

Bei Port Said

Ausfahrt zum Suez - Kanal

Das Mittelmeer erreicht

Nachtfahrt nach Haifa

Haifa in Sicht

 

Oman

Jemen

S.Arabien

Somalia

Eritrea

Dschibuti

Sudan

Ägypten

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Reiseberichte Fotos

In den Fjorden
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